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Aktuell Solo

SOLO XV – JOHANNES RAIMANN

über_apparatus

30. Jänner 2024 – 2. März 2024

Johannes Raimann (DE/AT)

BILDER | Cinemathek |

Eröffnung: Montag, 29. Jänner 2024, 19.00 Uhr
Einführende Worte: Johan Nane Simonsen
Filmscreening: Samstag, 2. März 2024, 18.00 Uhr

Öffnungszeiten: Di u. Fr 14.00–19.00 Uhr,
Mi u. Do 12.00–19.00 Uhr,  Sa 10.00–14.00 Uhr.
An Feiertagen ist die Galerie geschlossen.

Seit 2010 wird jährlich eine der in der FOTOGALERIE WIEN stattfindenden Ausstellungen einem/einer jungen aufstrebenden Künstler:in als Einzelausstellung gewidmet. Diese Ausstellungsreihe, SOLO, fungiert als Plattform und Sprungbrett für Künstler:innen, die gerade am Beginn ihrer Karriere stehen, aber bereits über ein umfangreiches Werk verfügen, das wir einer breiten Öffentlichkeit präsentieren möchten. Ziel ist es, eine nachhaltige Bekanntheit für die ausgewählten Künstler:innen zu schaffen; dies inkludiert auch die Vermittlung von Kooperationen und Wanderschaften. Wir freuen uns, für SOLO XV den Künstler Johannes Raimann präsentieren zu dürfen. Er hat in Wien und Düsseldorf studiert und arbeitet heute in beiden Städten.

Täglich operieren wir in und mit Apparaten: Bewegungsapparaten, Staatsapparaten oder auch Fotoapparaten. In der Ausstellung von Johannes Raimann wird der Raum zu einem Apparat. Der Künstler beschäftigt sich mit optischen Phänomenen, technischen Prozessen und deren Wechselwirkung auf die Gesellschaft. Er hat einen erweiterten Fotografie-Begriff und testet die Grenzen des Mediums aus. Mehr als ein Dutzend Werke sind nun zum ersten Mal in Wien zu sehen.

In der Ausstellung über_apparatus werden technische Abläufe und Prozesse der Bildwerdung sinnlich adressiert. So ist die Arbeit digital_camera ein Längsschnitt durch eine digitale Systemkamera. Die einzelnen Elemente sind jeweils aus demselben Material gefertigt, aus dem sie auch in der Kamera bestehen. Die Linsenelemente sind aus Glas, die Blende aus Titanblech und der Fotosensor ist auf Silicium-Scheiben dargestellt. Die Material-Assemblage die eine Kamera bedeutet wird so ästhetisch erfahrbar.

Dieser analytische Ansatz findet sich auch in der Videoarbeit Scharfzeichner wieder. In ihr wird die Struktur, die allen digitalen Bildern zugrunde liegt, thematisiert. Kamerafahrten zeigen das Pixelraster von Monitoren und öffnen den Blick, bis der gesamte Monitor sichtbar wird. Die präzise Schärfe digitaler Bilder ist Form und Inhalt des Videos. Eine Stimme sagt: „In der Vorstellung ist es leicht, Grenzen zu ziehen.“ Dazu sind Geräusche einer menschenleeren Fabrik zu hören.

Was alle Arbeiten vereint, ist die Frage nach der menschlich-technischen Relation. Wer und was gehört zu einem Apparat dazu und warum ist die Grenze unscharf? Diese Frage wird in über_apparatus aufgeworfen, indem die komplexen Verflechtungen zwischen Operateur:in und Apparat, Produzent:in und Rezipient:in, technischen und körperlichen Aspekten sichtbar gemacht werden.

Petra Noll-Hammerstiel und Johannes Raimann