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Ausstellungen

LIEBE I

Suche

6. Mai 2008 – 4. Juni 2008

Armin Bardel (AT), Aimée Blaskovic (AT), Oriana Fox (US), Anna Jermolaewa (RU),  Ivan & Laura (AT), Sissa Micheli (IT), Marzena Skubatz (DE), Marion Üdema (DE), Nina Dick (AT)

Schwerpunkt: LIEBE 2008

Eröffnung: 5. Mai. 2008 um 19 Uhr
Einleitende Worte: Ruth Horak

Der diesjährige Schwerpunkt der FOTOGALERIE WIEN umkreist einen
der existenziellsten Aspekte unseres Lebens: die LIEBE.
In drei Ausstellungen – LIEBE I – Suche, LIEBE II – Ist, und LIEBE III
– Scheitern – spannt sich der Bogen um ein diffiziles, fragiles und emotionales
Thema.

LIEBE I – Suche ist eine Hommage an das Herzklopfen, an den Schwebezustand
zu Beginn des sich Verliebens und nähert sich diesem komplexen Zustandsgefüge
anhand 9 künstlerischer Positionen. Sehnsucht – Suche – Herantasten
– Einlassen in Verbindung mit: Zerbrechlichkeit, Unsicherheit, Magie,
Symbiose, Idealismus, Selbstfindung, Euphorie, Gefühlsschwankungen,.. –
sind inhaltliche Schlagworte der visuellen Annäherungen und Auseinandersetzungen.

Der musikalische Appetizer zu dieser Ausstellung: http://youtube.com/watch?v=ekQZPozjCX8

Armin Bardel zeigt in seiner Serie Tatorte Orte als Zeitzeugen
erster Begegnungen, erster sexueller Abenteuer und verbindet diese mit Textteilen
eines amourösen Tagebuchs im Sinne einer autobiografischen Erinnerungssuche.

In der Arbeit Selbstliebe beruft sich Aimée Blaskovic
auf Erich Fromm und seiner These, dass aus positiver Selbstliebe die Fähigkeit
andere zu lieben zu können resultiert. Sie untersucht den Balanceakt zwischen:
Ich zum Vis a Vis – Ich zur Gesellschaft – Anforderungen an sich
selbst und Forderungen anderer – Selbstliebe und Narzissmus.

Nina Dicks Arbeit hello are you there!? beschäftigt sich
mit der neuen Verortungen von Nähe via digitaler Kommunikationswege (Skype)
und hält die Fragilität einer beginnenden Annäherung in räumlicher
Distanz als Ausschnitt der Realität eines Abends fest.

Die Videos All my Life und Excess Baggage von Oriana Fox kreisen
um Selbstfindung und der Suche nach der absoluten Liebe. Mediale, klischeehafte,
modische Einflüsse, Ratschläge von Eltern und Freunden werden hierbei
auf ironische Art und Weise mit der eigenen Autobiografie und Wunschvorstellungen
ineinander verwoben.

Ivan & Laura bezieht sich in seiner Arbeit Twins auf die
Normierung der Reproduktion als Grundsatz des (Bio)Kapitals. Sexualität,
Geschlechterrollen und ihre Funktionen werden ebenso hinterfragt wie das Umkreisen
des Ichs im Anderen, das emotional zwischen zärtlicher und agressiver Annäherung
schwankt und keine klaren Zuschreibungen zulässt.

Sissa Micheli nimmt in ihrer Installation I love you, I hate
you Bezug auf den Film „La Jetée“ von Chris Marker und übersetzt
das hin und her Pendeln zwischen: Liebe – Hass , Opfer – Täter,
der Suche nach Glück und Erfüllung versus der Unmöglichkeit zusammen
zu finden, in einer medienreflexiven Gegenüberstellung von Fotografie und
Film/Video.

Marzena Skubatzs feinschichtige lyrische Fotografien transformieren
die Frage nach What is love? in Landschaften und Portraits zu einer individuellen
Befindlichkeit als Abbild. Die Bildpaare verschmelzen zu einer emotionalen Symbiose
sehnsüchtiger Erwartungen und Ängstlichkeit.

Marion Üdema erforscht in ihrer Serie FreundeFinden die
Partnersuche, sowie die erotische Selbstdarstellung von Kontaktsuchenden in
Internetforen und deckt medial allgegenwärtige Körperposen und Bildkonventionen
auf. Der Versuch das eigene Idealbild zu kreieren steht im Gegensatz zu visuellen
Mustern einer Zeit und ihrer Gesellschaft.