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Ausstellungen On Tour Werkschau

WERKSCHAU XI – HORÁKOVÁ & MAURER

WERKE AB 1996

18. Juli 2006 – 13. August 2006

 Horáková & Maurer (AT), Ewald Maurer (AT), Tamara Horáková (CZ)

Kataloge | Editionen |

Da die FOTOGALERIE WIEN im ersten Halbjahr 2006 (Februar bis Ende August) generalsaniert wurde, begab sie sich in dieser Zeit auf „Wanderschaft“:

AKADEMIE DER BILDENDEN KÜNSTE WIEN
Schillerplatz 3, 1010 Wien

sponsored by: BKA-Kunst, MA7-Kultur, Lang&Lang, Cyberlab / Kooperationspartner: Akademie der bildenden Künste Wien

Eröffnung: Montag 17. Juli, 19.00 Uhr
Werkstattgespräch: 10. August, 19:00 Uhr

WERKSCHAU XI ist die Fortsetzung der seit elf Jahren jährlich stattfindenden Ausstellungsreihe der FOTOGALERIE WIEN, welche zeitgenössische KünstlerInnen präsentiert, die wesentlich zur Entwicklung der künstlerischen Fotografie und neuen Medien in Österreich beigetragen haben. Gezeigt wurde bisher ein Querschnitt durch das Schaffen von Jana Wisniewski, Manfred Willmann, VALIE EXPORT, Leo Kandl, Elfriede Mejchar, Heinz Cibulka, Renate Bertlmann, Josef Wais, Friedl Kubelka und Branko Lenhart. Die WERKSCHAU XI ist dem Künstlerpaar Horáková + Maurer (Tamara Horáková und Ewald Maurer) gewidmet.

Jeder, der seine Kunst liebt, sucht das Wesen ihrer Technik zu erfahren.
(Dziga Vertov)

Das Künstlerpaar Horáková + Maurer (beide 1947 geboren) hat sich für eine Auswahl ihrer Werke ab 1996 entschieden, an welchen ihre konstruktive Arbeitsweise deutlich wird. Denn – von der bildenden Kunst kommend (beide studierten auf der Akademie, wo die Werkschau nun auch stattfindet) – fassen sie das (fotografische) Bild als etwas zu Konstruierendes auf und nicht als bloßes Abbild, das auf eine Identität mit seinem Gegenstand zielt: Das Bild ist ein Produkt der künstlerischen Dimensionen – aus den Materialien der Fotografie (Licht, Zeit, Blickwinkel) bzw. des Prozesses (Probestreifen) und des Ateliers (gelagerte Fotopapierrollen, Lichtfelder an den Wänden oder das Werkzeug Computer).

Die Arbeitsweise von Horáková + Maurer ist weniger eine Rezeption der Moderne, wie sie seit den 1990er-Jahren in Mode war (mit Ausnahme der Serie um Mies van der Rohes Villa Tugendhat), als eine Kontinuitätserklärung für den autonomen Status des Kunstwerks, für Eigengesetzlichkeit, Selbstbezüglichkeit und ein eigenes Theoriefeld (siehe dazu ihre Publikation „image:/images – Positionen zur zeitgenössischen Fotografie“ mit Beiträgen von einflussreichen Theoretikern). Die Differenz der Bilder zur Realität ist auch gleichzeitig die Abgrenzung zu den Bildern des öffentlichen Raumes: Ihre Fotografien verunsichern den kommerziell geschulten Blick, weil sie nicht mit den Sujets des Begehrens oder des Spektakels spielen, obwohl sie ebenso brillant, großformatig und aufwändig produziert sind. Sie verunsichern, weil sie nicht erzählerisch, nicht symbolisch, sondern weil sie evident sind, buchstäblichen das, was sie sind. Horáková+Maurers Arbeiten waren zuletzt in der Ausstellungen Simultan – zwei Sammlungen österreichischer Fotografie (Museum der Moderne, Salzburg) zu sehen. Sie veröffentlichten zahlreiche Bücher und erhielten 2001 den Würdigungspreis für Fotografie.