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Ausstellungen On Tour

HIER und DORT / QUA e LÀ

Fotogalerie auf Wanderschaft: Palazzo Costani Triest

10. Mai 2006 – 4. Juni 2006

Andreas Dworak (AT), Branko Lenart (SI), Elfriede Mejchar (AT), Michael Michlmayr (AT), Lisl Ponger (AT), Beate Schachinger (AT)


Eröffnung: Dienstag 9. Mai, 18.00

PALAZZO COSTANZI / Sala Comunale d´Arte
Piazza Piccola 3, 34121 Triest, Italien
täglich/tutti i giorni 10.00-13.00 / 17.00-20.00

HIER UND DORT / QUA e LÁ
Wien und Triest, zwei Städte mit einer gemeinsamen Vergangenheit. Beide
städtische Juwele durch deren Lage und Schönheit. Beide auch verbunden
durch eine Nostalgie – einem monarchistischen Flair, das die Größe,
die Macht des einstmaligen Großimperiums, der K&K Monarchie, anhand
städtischer Strukturen, prunkvoller Gebäude und Relikten aus dieser
Zeit, erahnen lässt. Beide geprägt durch ihre multikulturelle Gesellschaft
mit allen positiven wie auch negativen Aspekten, beide in gewisser Weise auf
der Suche nach einer neuen, zeitgemäßen Identität und modernem
Image.
Die Ausstellung HIER und DORT – Wien und Triest, ist der Versuch eines Doppelportraits
von „hier und dort“ von „damals und heute“ aus der Sicht
österreichischer KünstlerInnen, mit denen die Fotogalerie Wien in
den letzten Jahren zusammengearbeitet hat.

Diese Ausstellung ist Teil eines übergeordneten Projekts von Irene
Strobl: WIEN -TRIEST: eine Annäherung, zu dem es weitere Programmpunkte
in den Bereichen: Film, Video, Kunst im öffentlichen Raum, Literatur,…
geben wird.
Nähere Informationen unter: www.forart.at

ANDREAS DWORAK (Thema: UNORTE)
Lost Highway, 2006
Biotop aus Beton, Bier und Benzin.
(Michael Hafner)

BRANKO LENART (Thema: MINDERHEITEN)
Die Minderheiten von Triest, 1985
Diese Arbeit über die Minderheiten und Volksgruppen belegt, dass Triest
über Jahrhunderte eine kosmopolitische Stadt war. Die diversen Religionsgemeinschaften
bilden mit ihren Gotteshäusern (und eigenen Arealen am Friedhof) einen
integralen Bestandteil des Stadtbildes.

ELFRIEDE MEJCHAR (Thema: UNORTE)
Triester Straße, 1982/83
Die Triester Straße war historisch gesehen die wichtigste Verbindung von
Wien nach der Handelsstadt Triest. Ich habe einerseits versucht die geschichtliche
Bedeutung dieser Nord-Süd Verbindung in meinen Fotos zu zeigen, und anderseits
den heutigen Charakter dieser Straße der von Verkehr und Geschwindigkeit
geprägt ist mit langen Belichtungszeiten spürbar zu machen.

MICHAEL MICHLMAYR (Thema: FREIZEIT)
Passages, 2001; 2006
In den Arbeiten der Serie Passages werden Sequenzen zu einem räumlichen
Ganzen zusammengeführt. Zeitlichen Abfolgen werden durch das Neu-virtuell-eingeflochten-Sein
zu einer konstruierten Bühne aus Raum und Zeit. Passanten werden „Akteure“
des entstehenden „Films“. Realitäten werden verdichtet.
Für die Ausstellung „Hier und Dort“ stelle ich zwei „wiener
Freizeitimpressionen“ zwei „adriatischen“ gegenüber.

LISL PONGER (Thema: MINDERHEITEN)
Phantom Fremdes Wien, 2004
In den Jahren 1991 und 1992 hat Lisl Ponger im Zuge einer multikulturellen Weltreise,
bei der sie die Stadt Wien doch nicht verlassen hat, mit viel Akribie Super
8-Aufnahmen von Festen, Hochzeiten und Tänzen gesammelt. Ging es ihr zunächst
um eine Sichtbarmachung von im öffentlichen Stadtbild schlichtweg nicht
existierender kultureller Vielfalt, so stellt der Rückgriff darauf – aus
gut zehnjähriger Distanz – gerade diesen Akt der Visualisierung wieder
in Frage. „Was sehe ich eigentlich? „, heißt es an einer Stelle
des von Ponger selbst gesprochenen Off-Kommentars, und nicht nur daran wird
deutlich, wie bewusst sich der Film der Problematik des Umgangs mit dem „Ethnischen“
ist. Scheint doch in jedem Akt der Sichtbarmachung unweigerlich die Tendenz
mit angelegt zu sein, auch das Flüchtige und Diasporische in ein fixes,
stereotypes Bild zu bannen. (…) (Christian Höller)

BEATE SCHACHINGER (Thema: NOSTALGIE – KITSCH – AUTOBIOGRAFIE)
Sisi, 1994
Niemals habe ich meine Urgroßmutter die Wohnung verlassen sehen, auch
meine Mutter konnte sich nicht daran erinnern. Vor dem Einschlafen erzählte
mir die Urgroßmutter, wie sie als kleines Mädchen die Kaiserin Sisi
gesehen hat, die in einer Kutsche an ihr vorbei fuhr. Mit ihr teilte sie „jene
Schrecken des Erblicktwerdens“*, die sie ihr ganzes Leben über begleiteten.
(*Juliane Vogel, in Beate Schachinger: „Sisi“, NÖ Landesmuseum,
Wien 1994)

EVA BRUNNER-SZABO / GERT TSCHÖGL (Thema: SEHNSUCHT)
Archiv des Meeres, work in progress seit 1998
Bestehend aus je einer Karteikarte, einem Schnappglas mit Meerwasser von der
Entnahmestelle, zwei Objekten – ein künstliches und ein natürliches,
fünf Fotografien (Stand 13.3.2006, 60 Fundstellen)
Wir lieben das Meer. Also erkunden wir Meeresküsten dort, wo uns unsere
Reisen hinführen, erwandern die Küstenstreifen und durchstöbern
ihre Schwemmzonen und Landschaften. Wir legen Bestände und Inventare an,
etikettieren Weggeworfenes und Angeschwemmtes, fotografieren den Akt der Entnahme
von Wasserproben mit dem Ziel menschliche Eingriffe in die Natur zu dokumentieren
und zu archivieren und führen sie als Beweisstück unserer Anwesenheit
am Ort an. Aus dem Projekt Archiv des Meeres spricht, vor allem die Hoffnung
auf einen sentimentalen Fund, wie dem einer Flaschenpost, den man als Kind erträumte.